Lass mir ein Wunder übrig!

gelb, zwei, drei

Er wollte berührt werden. Da wo es kitzelte, wo ihre Finger Marmeladenkleckse aufspürten, heimische Zwetschge an Tonkabohne etwa, direkt von der Fingerbeere geschleckt. Wenn sie es denn wagte, zu kosten, die Fingerbeere mit Zungerspitze neckend.. Er aber wollte, dass sie seinen Tag umarmte, morgens so gegen viertel vor sechs in den Sekunden bevor der Wecker erwacht. Und wenn er abends zu lange wach blieb, Club Mate sei Dank.

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Er hatte getrunken, sie sah es von Ferne und lächelte doch. Durch die Sehnsucht hindurch und den Trotz, schob den graumelierten Himmel in den Hinterkopf, pulte mit der Zungenspitze Vernunftsfetzen für die kommenden Minuten aus dem linken Eckzahn. Zahnseide wäre jetzt gut, lakenweise. Stets zu Diensten mit Zeit für eine Siesta, für einen Spaziergang gen Noldehimmel, die Wehmut im Nacken, die Knie aufwärts gerichtet, einem nächsten Schritt den Raum bereitend.

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Er betrat den Raum blinzelnd, die rechte Hand lose am Schenkel; ließ seinen Atem von der Leine, der sich alsgleich nackenwärts schmuggelte, en passant die Mulde hinter ihrem linken Ohrläppchen kosend. Ihre Oberlippe ergab sich dem Schauer als letzte, sie hatte er genau im Auge, seinen Zeigefinger Nanometer darüber postiert, auf der Lauer. Spürbar nicht fühlbar, bereit sich zu senken, ohne sich gehen zu lassen, bereit zur Kontakttat, zum Tanz, zum Wagnis Wunder. Was sag ich, zum Kuss.

Küss‘ die Hand!

Ach, ach

Der Tee sagt (ziemlich bestimmt): Glück ist Bewusstsein.
Die Frau hinter der Theke sagt (interessanterweise): Studentenrabatt.
Und das Unterbewusstsein plant spontan eine Zeitreise.

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Zweimal Morgen in Tüten, gnä‘ Frau, und einmal das Heute auf Eis – noch unberührt, ungerührt und mit Gänsehaut satt!
Und ach, geben sie mir von dem Gestern da doch auch noch den Knust auf die Hand!
Drei Tage am Stück? Ja! Mindestens das. Wochenenafang und -ende sind sich eh grad grün und der Herbst noch nicht bereit.

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Mitnichten alles Fassade, nicht das altrosa, der Zwicker nicht und auch nicht der herrenlose Blick zurück. Die Schatten längst hinter Glas gelegt, rügt auf den Laternen noch der Staub von übermorgen, lügen die Falter ein Alter vor, das es so nicht gibt: Zuhause im Gestern warst du doch nie, immer ein Fuss auf Jetzt. Auf Los, Auf „Die Tür macht hoch, macht breit das Tor, ich will auch mit Schmerbauch noch hindurch:
Küss, die Hand Frollein Abientot, wir sehen uns im nächsten Kapitel!

Zwischen Apokalypse und Riesenrad

Drogenübergabemanöveresk mute es dir an, unser nachmittägliches Treffen an der Kreuzung zwischen Copyshop und Kirche, fast wie auf dem Dorf, so what?Ich freue mich auf dich, dein Lächeln und die Fragen, die du mir stellen wirst und die ich dir zurückwerfen werde, den Kopf leicht zu Seite geneigt, auf dass das Schmunzeln sichtbar und die Antwort jenseits von Schweden. Ich habe deine Stimme noch im Ohr, die mir den Treffpunkt mitteilte, kichernd wie 12jährige, die sich zum Bolzen verabreden bei 37 Grad im Schatten, stattdessen 37 years mindestens und kein Cabrio in Sicht – wobei! Der Auslöser weiss anderes zu berichten und dass es tatsächlich ein französischer Nachmittag werden würde, wusste ich da noch nicht, aber ich geniesse es, mit dir barfuss durch die Stadt zu kurven.

Die Sommerhitze eine Wolke, die mich trägt. Uns erträgt. Fern hält. Labt. Mir die Ultimaten deiner Fragen leicht wie Rosenwasser macht, immer einen Hauch nur, auf blossem Nacken getragen zwischen Hemdkragen und dunkler Locke. Das innere Fernweh ein Bild, das uns den Blick heben und senken lässt, stolpernd zuweilen ob zu viel Nähe, ob plötzlicher Lieblingsschmerzen zwischen Hüsterchen und 42 Mal geflüsterter Versuchsantwort. Und dann ist da Musik, Klang. Ganze Klangsäle, undurchschritten aber parkettsicher. Hinterhofinduziert eine Blickachse drechselnd, die senkrecht steht. Zeigt. Auf den Nollendorfplatz. Auf meinen Mundwinkel und deinen Schalk.

Dieser dein Schalk, der mir Mühe macht, dich nicht küssen zu wollen, wenigstens kurz zwischen angedachter Apokalypse – so viel schöner in C-Dur übrigens – und Riesenrad. Der deinen Nacken in Beschlag hält, sich nicht stören lässt von Rosenwassersegnungen, nicht von Blickbeschallung jenseits jeder Dezibelgrenze. Dein Nacken, der Ringe tragen könnte wie es dein Finger tut, anthrazitfarben deiner Haut einen Kontrast anbietend, dem sie nicht widerstehen kann, und meinem Auge einen Horizont. Hätten wir einmal nur nach oben gesehen, der Regen hätte uns weit weniger überrascht und nicht halb so ergriffen. Ich mag dich auch nass.