Küss‘ die Hand!

Ach, ach

Der Tee sagt (ziemlich bestimmt): Glück ist Bewusstsein.
Die Frau hinter der Theke sagt (interessanterweise): Studentenrabatt.
Und das Unterbewusstsein plant spontan eine Zeitreise.

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Zweimal Morgen in Tüten, gnä‘ Frau, und einmal das Heute auf Eis – noch unberührt, ungerührt und mit Gänsehaut satt!
Und ach, geben sie mir von dem Gestern da doch auch noch den Knust auf die Hand!
Drei Tage am Stück? Ja! Mindestens das. Wochenenafang und -ende sind sich eh grad grün und der Herbst noch nicht bereit.

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Mitnichten alles Fassade, nicht das altrosa, der Zwicker nicht und auch nicht der herrenlose Blick zurück. Die Schatten längst hinter Glas gelegt, rügt auf den Laternen noch der Staub von übermorgen, lügen die Falter ein Alter vor, das es so nicht gibt: Zuhause im Gestern warst du doch nie, immer ein Fuss auf Jetzt. Auf Los, Auf „Die Tür macht hoch, macht breit das Tor, ich will auch mit Schmerbauch noch hindurch:
Küss, die Hand Frollein Abientot, wir sehen uns im nächsten Kapitel!

Zwischen Apokalypse und Riesenrad

Drogenübergabemanöveresk mute es dir an, unser nachmittägliches Treffen an der Kreuzung zwischen Copyshop und Kirche, fast wie auf dem Dorf, so what?Ich freue mich auf dich, dein Lächeln und die Fragen, die du mir stellen wirst und die ich dir zurückwerfen werde, den Kopf leicht zu Seite geneigt, auf dass das Schmunzeln sichtbar und die Antwort jenseits von Schweden. Ich habe deine Stimme noch im Ohr, die mir den Treffpunkt mitteilte, kichernd wie 12jährige, die sich zum Bolzen verabreden bei 37 Grad im Schatten, stattdessen 37 years mindestens und kein Cabrio in Sicht – wobei! Der Auslöser weiss anderes zu berichten und dass es tatsächlich ein französischer Nachmittag werden würde, wusste ich da noch nicht, aber ich geniesse es, mit dir barfuss durch die Stadt zu kurven.

Die Sommerhitze eine Wolke, die mich trägt. Uns erträgt. Fern hält. Labt. Mir die Ultimaten deiner Fragen leicht wie Rosenwasser macht, immer einen Hauch nur, auf blossem Nacken getragen zwischen Hemdkragen und dunkler Locke. Das innere Fernweh ein Bild, das uns den Blick heben und senken lässt, stolpernd zuweilen ob zu viel Nähe, ob plötzlicher Lieblingsschmerzen zwischen Hüsterchen und 42 Mal geflüsterter Versuchsantwort. Und dann ist da Musik, Klang. Ganze Klangsäle, undurchschritten aber parkettsicher. Hinterhofinduziert eine Blickachse drechselnd, die senkrecht steht. Zeigt. Auf den Nollendorfplatz. Auf meinen Mundwinkel und deinen Schalk.

Dieser dein Schalk, der mir Mühe macht, dich nicht küssen zu wollen, wenigstens kurz zwischen angedachter Apokalypse – so viel schöner in C-Dur übrigens – und Riesenrad. Der deinen Nacken in Beschlag hält, sich nicht stören lässt von Rosenwassersegnungen, nicht von Blickbeschallung jenseits jeder Dezibelgrenze. Dein Nacken, der Ringe tragen könnte wie es dein Finger tut, anthrazitfarben deiner Haut einen Kontrast anbietend, dem sie nicht widerstehen kann, und meinem Auge einen Horizont. Hätten wir einmal nur nach oben gesehen, der Regen hätte uns weit weniger überrascht und nicht halb so ergriffen. Ich mag dich auch nass.

Mundraub am Montenegro

Er weiss, dass du weisst, was ich weiss, und jenseits der S-Bahnhaltestelle tut sich mit einem Blick ein Pizzaofen auf, schwer und heiss und voll von dem Duft warmen Hefeteigs, meine Gedanken bis übers Kinn mit knusprigen Küstenlandschaften flutend und ich lächele beim Gedanken an dein kaffeelüsternes Gesicht morgens um 7 wenn der Wecker noch nicht klingelt und die Sonne noch submissiv hinter den Wolkenbergen lungert.

Deine Augäpfel – Boskop – mit Walnussschnaps auf 43 % poliert – in tief luftholender, anhaftender Schwärze, in der meine Neugier sich Blick für Blick verliert, neue Küsten zu erobern, die hinter deiner Wimpern Waden auf die nächste Träne lauern. Wind kann helfen, muss aber nicht, oft ist Wärme von Nöten, von dieser einen Wochen in Tage bettenden, wollüstigen Wärme, die selbst deine Wimpern weiche Knie kriegen lässt, blinzeln gar.

In der Kryptodepression des Skutarisees lägen die fruchtbarsten Gebiete, weiss W und er verwöhnt uns mit zartbesaiteten Flüchtlingsfeigen schon am drittletzten Tag – ich zähle ungern von vorn – und tut von den wilden Beeren auf, als wäre es Währung auch und Lösegeld, als währen wir die, die flüchten. Und doch: Meiner beide Hände führen den Saft anschliessend bis über die Grenze.



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