Zwischen Apokalypse und Riesenrad

Drogenübergabemanöveresk mute es dir an, unser nachmittägliches Treffen an der Kreuzung zwischen Copyshop und Kirche, fast wie auf dem Dorf, so what?Ich freue mich auf dich, dein Lächeln und die Fragen, die du mir stellen wirst und die ich dir zurückwerfen werde, den Kopf leicht zu Seite geneigt, auf dass das Schmunzeln sichtbar und die Antwort jenseits von Schweden. Ich habe deine Stimme noch im Ohr, die mir den Treffpunkt mitteilte, kichernd wie 12jährige, die sich zum Bolzen verabreden bei 37 Grad im Schatten, stattdessen 37 years mindestens und kein Cabrio in Sicht – wobei! Der Auslöser weiss anderes zu berichten und dass es tatsächlich ein französischer Nachmittag werden würde, wusste ich da noch nicht, aber ich geniesse es, mit dir barfuss durch die Stadt zu kurven.

Die Sommerhitze eine Wolke, die mich trägt. Uns erträgt. Fern hält. Labt. Mir die Ultimaten deiner Fragen leicht wie Rosenwasser macht, immer einen Hauch nur, auf blossem Nacken getragen zwischen Hemdkragen und dunkler Locke. Das innere Fernweh ein Bild, das uns den Blick heben und senken lässt, stolpernd zuweilen ob zu viel Nähe, ob plötzlicher Lieblingsschmerzen zwischen Hüsterchen und 42 Mal geflüsterter Versuchsantwort. Und dann ist da Musik, Klang. Ganze Klangsäle, undurchschritten aber parkettsicher. Hinterhofinduziert eine Blickachse drechselnd, die senkrecht steht. Zeigt. Auf den Nollendorfplatz. Auf meinen Mundwinkel und deinen Schalk.

Dieser dein Schalk, der mir Mühe macht, dich nicht küssen zu wollen, wenigstens kurz zwischen angedachter Apokalypse – so viel schöner in C-Dur übrigens – und Riesenrad. Der deinen Nacken in Beschlag hält, sich nicht stören lässt von Rosenwassersegnungen, nicht von Blickbeschallung jenseits jeder Dezibelgrenze. Dein Nacken, der Ringe tragen könnte wie es dein Finger tut, anthrazitfarben deiner Haut einen Kontrast anbietend, dem sie nicht widerstehen kann, und meinem Auge einen Horizont. Hätten wir einmal nur nach oben gesehen, der Regen hätte uns weit weniger überrascht und nicht halb so ergriffen. Ich mag dich auch nass.

Mundraub am Montenegro

Er weiss, dass du weisst, was ich weiss, und jenseits der S-Bahnhaltestelle tut sich mit einem Blick ein Pizzaofen auf, schwer und heiss und voll von dem Duft warmen Hefeteigs, meine Gedanken bis übers Kinn mit knusprigen Küstenlandschaften flutend und ich lächele beim Gedanken an dein kaffeelüsternes Gesicht morgens um 7 wenn der Wecker noch nicht klingelt und die Sonne noch submissiv hinter den Wolkenbergen lungert.

Deine Augäpfel – Boskop – mit Walnussschnaps auf 43 % poliert – in tief luftholender, anhaftender Schwärze, in der meine Neugier sich Blick für Blick verliert, neue Küsten zu erobern, die hinter deiner Wimpern Waden auf die nächste Träne lauern. Wind kann helfen, muss aber nicht, oft ist Wärme von Nöten, von dieser einen Wochen in Tage bettenden, wollüstigen Wärme, die selbst deine Wimpern weiche Knie kriegen lässt, blinzeln gar.

In der Kryptodepression des Skutarisees lägen die fruchtbarsten Gebiete, weiss W und er verwöhnt uns mit zartbesaiteten Flüchtlingsfeigen schon am drittletzten Tag – ich zähle ungern von vorn – und tut von den wilden Beeren auf, als wäre es Währung auch und Lösegeld, als währen wir die, die flüchten. Und doch: Meiner beide Hände führen den Saft anschliessend bis über die Grenze.

Bisslüstern bis zum Knie

Nicht mein Satz. Nicht meine Worte. Geliehen das Komma, der Punkt, das Fragezeichen. Auch der Absatz: Fehlanzeige! Das Lächeln: second hand. Der Augenaufschlag: Nicht mein Ass. Nicht mir die Angst auch, die dich trägt. Verzagt. Verzärtelnd. Vor sich her. Schild und Schale. Spiegel mitunter. Mir. In guten wie in Regenzeiten. Wetterscheide deine Wut, die erst aufzieht, wenn mein Wundern sich schlafen legt.

Sich schlafend stellt zumindest, dösend dem Unmöglichen meinen rechten Zeh kredenzend. Bisslüstern bis zum Knie. Barbusig die Kniescheibe gar, sagt dein Blick, der meiner Wade gefolgt war. Ich wünsche mir ein Unwetter auf die nackte Haut. Ein reinigendes. Eins mitohne Blitz. Das mir Gänsehaut und dir ein Gähnen abverlangt. Ein Grollendes. Unaufhaltsames. Küstengeborenes. Was sag ich, eins mit Fernweh auf den sandigen Lippen.

Eins, das Zähne zeigt. Mit geschlossenen Augen. Sätze im Handschuhfach hortet, die Ruhe bergen. Vor Sturm. Scham. Und Kleinlichkeit. Die Räume öffnen zwischen geliehenen Schenkeln. Vokalumsäumt und schüchtern wie vorm ersten Kuss. Auf die Knie! Auf die Wade! Auf den Handrücken die Lippen gesetzt – Gaze war gestern – und wieder von vorn. Wortlos zwischen Satzzeichen wandelnd, das Lippenpaar Tango lehren.Und Kasatchok. Und Pfeifen!



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