Ride on, my dear!

Ride on, my dear!

Wenn dann gestern. Und ohne dich. Der du mir Fragen zwischen die Steine wirfst, auf die ich meine nackten Zehenballen setzen will, immer ein Flussbett im Blick und das Übermorgen zwischen die Backenzähnen geklemmt. Kariös geradezu.

Du aber schmiegst dich in jede Kurve, reisst das Mantra an dich, als hättest du allein es gebraut aus Hopfen und Malz und der Wahrheit der Winterflüchtigen. Dem Wettergott ein alles andere als wasserdichtes Alibi in die unbedachterweise unverhüllte Achselhöhle flüsternd, das Semikolon missachtend, das unmissverständlich aber zu leise dir eine zweite Ebene anbieten wollte.

Alles andere als schief, dafür Klammern aufreissend, die jedes Lächeln lispeln lassen und noch vor der letzten Serpentine das Halleluja anstimmen. Das Halleuja, das eigentlich dem Gipfelkreuz gewidmet, auf halber Höhe nun ins Straucheln gerät, dankbar für jedes Basssolo, das du über die Lippen bringst. Ride on, my dear!

Bruce Willis war Zeuge

Er trug sein Lächeln zwischen Daumen und Zeigefinger, auf Schultern mit Siebenmeilenstiefeln. Als er die Mundwinkel einen nach dem anderen anhob, war der Sommer erst skizziert und ihr Blick unter Wasser. Zwischen all den andern, war es er, der eine Vergangenheit zwischen zwei Satzzeichen zu packen im Stande, die sie samt seiner Telefonnummer in den Lippenstiftspuren am Glasrand versenkte. Sichtbar. Frohlockend. Dreifach.

Dreifach waren sie sich begegnet ohne zu grüssen. Erst als der Sommer seine nackten Beine nicht länger unter dem Tisch zu halten vermochte, traf man sich zu Hummus und Mate, Schatten und Gespräch. Es gab mehr zu erzählen, als das Woher und Warum, als das Wieso erst jetzt und Wann das nächste Mal. Es gab Fenchel und Rosenkohl, Suppe und Salat. Keine Märchen, aber drei Wünsche. Einer davon, der auf ein Wiedersehen in Bälde, der seine Umsetzung schwarzsauer aufstiess, Bruce Willis war Zeuge.

Die Nacht war nicht nah genug, diesen Blick hinter Wimpern zu bergen, zu entwaffnen, zu entziffern etwa. Es blieb, die Schuhe auszuziehen, in Klammern gesetzt unter den Tisch zurückzustellen um dem Nachtisch auf blossen Füssen zu begegnen.

Lass mir ein Wunder übrig!

gelb, zwei, drei

Er wollte berührt werden. Da wo es kitzelte, wo ihre Finger Marmeladenkleckse aufspürten, heimische Zwetschge an Tonkabohne etwa, direkt von der Fingerbeere geschleckt. Wenn sie es denn wagte, zu kosten, die Fingerbeere mit Zungerspitze neckend.. Er aber wollte, dass sie seinen Tag umarmte, morgens so gegen viertel vor sechs in den Sekunden bevor der Wecker erwacht. Und wenn er abends zu lange wach blieb, Club Mate sei Dank.

*****

Er hatte getrunken, sie sah es von Ferne und lächelte doch. Durch die Sehnsucht hindurch und den Trotz, schob den graumelierten Himmel in den Hinterkopf, pulte mit der Zungenspitze Vernunftsfetzen für die kommenden Minuten aus dem linken Eckzahn. Zahnseide wäre jetzt gut, lakenweise. Stets zu Diensten mit Zeit für eine Siesta, für einen Spaziergang gen Noldehimmel, die Wehmut im Nacken, die Knie aufwärts gerichtet, einem nächsten Schritt den Raum bereitend.

*****

Er betrat den Raum blinzelnd, die rechte Hand lose am Schenkel; ließ seinen Atem von der Leine, der sich alsgleich nackenwärts schmuggelte, en passant die Mulde hinter ihrem linken Ohrläppchen kosend. Ihre Oberlippe ergab sich dem Schauer als letzte, sie hatte er genau im Auge, seinen Zeigefinger Nanometer darüber postiert, auf der Lauer. Spürbar nicht fühlbar, bereit sich zu senken, ohne sich gehen zu lassen, bereit zur Kontakttat, zum Tanz, zum Wagnis Wunder. Was sag ich, zum Kuss.